Schaffe ich mein Abitur?

Ich kann es leider nicht leugnen, ich war eigentlich meine komplette Schulzeit über ein “Problemkind” in der Schule. Wenn ich heute (mit knapp 25 Jahren) zurück denke, tuen mir meine Eltern im Nachhinein tatsächlich ein wenig Leid, da sie so viel mit mir durchstehen mussten.

Aber von vorne: Nach der Grundschule wollte ich natürlich auf das Gymnasium gehen. Mein Grundschullehrer meinte, dass die Realschule besser für mich geeignet wäre, aber das stand für mich nicht zu Debatte, nachdem meine Freundinnen alle ans Gymnasium in unserem Ort wechselten.

In der 6. Klasse fing es schon an, dass ich überfordert war mit zwei Fremdsprachen: Englisch und Latein. Mit Hängen und Würgen schaffte ich am Jahresende gerade noch den Übertritt. In der 7. Klasse war ich dann “mit meinen Latein am Ende”. Ich weiß noch heute genau wie mein Lateinlehrer damals sagte: “ich gebe dir eine 4 in Latein im Zeugnis, wenn du auf die Realschule wechselst.” Ich glaube das war das Erste mal als ich dachte:”Das Abitur werde ich wohl nie schaffen.”

Es folgten das Sitzenbleiben in der Realschule in der 8. Klasse und ein anschließender Schulwechsel, bei dem ich ein Halbjahr später doch wieder auf die vorherige Realschule zurück wechselte. (Hier könnte ich bei Gelegenheit mal eine eigene Geschichte schreiben). Und obwohl ich zunächst frustriert war und mich auch ein wenig schämte, dass ich jetzt auf der Realschule auch noch durchgefallen war,  machte es plötzlich “Klick” in meinem Kopf und ich verstand, dass ich auch was tun musste, um weiter zu kommen.

Schließlich schaffte ich den Übertritt auf die Fachoberschule und hatte zwei Jahre später mein Fachabitur in der Hand. Aber ich wollte unbedingt die allgemeine Hochschulreife erlangen. Damals hatte ich einen Typ in meiner Klasse der jedes mal, wenn wir über die 13.Klasse sprachen sagte: “Was? Du willst das machen? Glaubst du wirklich du schaffst das?”. Und wieder, genau wie damals mein Lateinlehrer, sorgte jemand dafür dass ich Selbstzweifel bekam, ob ich “gut genug oder schlau genug” für das allgemeine Abitur wäre. Aber: ich schaffte die 13. Klasse und holte im Nachhinein noch meine 2. Fremdsprache (diesmal Spanisch und kein Latein mehr) nach, um letzten Endes meine allgemeine Hochschulreife in der Hand halten zu können. “Da seht ihr alle mal, was ich kann”, dachte ich und das sagte ich meinem Schulkameraden auch.

Mittlerweile habe ich gelernt, dass man 1. Seine Träume und Ziele nicht aufgeben darf und 2. Niemals auf dumme Sprüche von Lehrern oder Mitschülern hören darf. Wenn man sich etwas fest vornimmt und dafür kämpft, es zu erreichen, kann man alles schaffen.

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