Teil 2: Was machen eigentlich die anderen?

Als Einstieg kurz etwas aus meinem Leben: Ich wollte ursprünglich Apothekerin werden, hatte also vor in Erlangen Pharmazie zu studieren und dann irgendwann meine eigene Apotheke zu eröffnen. Ein guter Plan, dachte ich, bis ich bei einem Fest mit einem Nachbarn ins Gespräch kam, der eine Apotheke führte und dem ich insgeheim ein bisschen nachgeeifert hatte. Als er von mir erfuhr, was ich vorhatte, riet er mir dringend davon ab und versuchte mich dazu zu überreden, bei ihm erst einmal ein Praktikum zu machen. Auf meine Frage nach dem Warum, meinte er, dass dieser Beruf seiner Meinung nach nicht zu mir passe, da ich doch sehr aktiv und kommunikativ sei und ständig Abwechslung in meinem Leben bräuchte.  Ich sollte das, seiner Meinung nach, unbedingt erst einmal ausprobieren bevor ich in diese Richtung loslief. Also machte ich ein Praktikum bei ihm, das ich nach drei Tagen schon wieder abbrach, denn der „Dienst“ und die Aufgaben in der Apotheke erschienen mir furchtbar langweilig und so hatte ich mir meinen zukünftigen Beruf ganz und gar nicht vorgestellt. Ich war von der Idee Apothekerin zu werden durch das Ausprobieren „geheilt“.

Deshalb rate ich dir als erstes: Immer fragen, fragen, fragen! Frage alle, die du kennst und triffst nach ihren Berufen: Schau hin, was die FreundInnen deiner Eltern, die Nachbarn, die älteren Jugendlichen aus dem Sportverein, dein Onkel, deine Tante, dein Cousin, deine Cousine beruflich machen und frage allen Löcher in den Bauch. Befrage sie, wie ihr Berufs- oder Studienalltag aussieht, frage nach, was die Inhalte und Aufgabenbereiche des jeweiligen Berufs sind, frage wie viel Urlaub und Freizeit man hat, wie die KollegInnen sind, ob der Betrieb groß oder klein ist und vieles andere mehr. Einfach alles, was dir einfällt und was du wissen willst. Lass dir alles genau erzählen und höre ganz genau hin. Versuche dich dann in das Erzählte hineinzuversetzen und mach dir ein Bild von dem Beruf. Höre zudem auf deinen Bauch, der dir vor allem sagen wird, was ihm nicht gefällt. Das streichst du dann von Deiner Berufsliste. Du wirst dabei aber auch von Berufen und Studiengängen erfahren, die du gar nicht kennst und die dich vielleicht neugierig machen oder dir wird von verschiedenen Berufsinhalten und -aufgaben erzählt, die du spannend findest. Vielleicht hörst du auch von Unternehmen, die du interessant findest oder lernst Leute kennen, die du toll findest und mit denen du gerne einmal zusammenarbeiten möchtest. All das eröffnet dir viele neue Wege.

Doch BEVOR du nun losläufst und dir einen dieser für dich interessanten Berufe suchst, gilt die Regel:

AUSPROBIEREN! Organisiere dir für die Berufe, die dich interessieren ein Praktikum und schnupper einfach mal hinein. Wie das am besten funktioniert, liest Du hier das nächste Mal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.