Einstieg: „Was willst du denn eigentlich mal werden?“

Wenn Jugendlichen diese Frage gestellt wird, verursacht sie „Schmerzen“ wie ein Fünfer in Mathe oder Deutsch. Und das ist sehr gut nachvollziehbar, denn wie kann man mit 15, 16 oder 17 Jahren denn schon genau wissen, was man in seinem Leben beruflich machen soll? Und auch viele junge Erwachsene finden es sehr schwer, die geeignete Ausbildung oder das richtige Studium zu finden. Immer bricht noch jeder dritte Berufs- oder Studiums Einsteiger seine Ausbildung ab, da man sich vorher einfach nicht darüber im Klaren war, was einen erwartet. Denn wie soll das auch gehen, wenn jeglicher Erfahrungswert fehlt?

Kirstin Wolf, Pädagogin, Berufscoach und Inhaberin der deutschen Akademie für junge Karrieren (DAJUKA) aus Erding, coacht junge Menschen auf dem schwierigen Weg zu ihrem Traumberuf und hat wertvolle Tipps für den richtigen Berufseinstieg. 

Was will ich?

Die Berufsfindung ist ein Prozess, den man langsam und sorgfältig durchlaufen und auf keinen Fall überstürzt angehen sollte.  Wichtig ist dabei erst einmal zu wissen, was man denn eigentlich gerne machen möchte. Und das ist äußerst schwierig bei einer Möglichkeit von 400 Ausbildungsberufen und einigen tausend Studiengängen, die man gar nicht alle kennen kann. Wie soll man sich da richtig entscheiden können? Die Eltern können häufig auch nicht weiterhelfen und die meisten Freunde sind genauso planlos. Was kann man also tun?

Erstens: Sei neugierig! Ich empfehle dir als erstes einmal ein kleines bisschen aufmerksamer und neugieriger durch das ganz normale Leben zu gehen. Wenn du zum Beispiel beim Bummeln durch die Stadt irgendetwas siehst, das dich interessiert, dann mache am besten schnell ein Foto mit deinem Smartphone davon, damit du das nicht vergisst. Das kann zum Beispiel ein Geschäft sein, das im Schaufenster irgendetwas hat, das du großartig findest, das können Poster an einer Litfaßsäule sein, die du interessant findest, oder auch Menschen, die irgendetwas machen, das du gut findest, wie z.B. HandwerkerInnen, Polizisten, VerkäuferInnen, etc. Wenn du das alles mit einem Schnappschuss festhältst, kannst du das dann später noch einmal mit FreundInnen, Eltern, LehrerInnen oder auch sogenannten BerufsberaterInnen besprechen, die dir dann weitere Hinweise auf Berufe geben können, die zu dem Foto passen. Außerdem bietet YouTube eine ganze Menge an Filmchen, die sich mit dem Thema Beruf beschäftigen. Unter dem Stichwort Berufsfindung findest du viel weiterführende Tipps. Außerdem gibt es zu fast jedem Beruf und Studium einen Beitrag, der dir zeigt, was dich in dem Beruf, mit dem Studium erwartet.

Zweitens: Höre auf Dein Bauchgefühl! Hast Du dann viele Fotos gemacht und diese noch mal überdacht und einige Filme angeschaut, bist du schon einen großen Schritt weiter auf deinem Weg der Berufsfindung. Nun kannst Du gut auf dein Bauchgefühl hören, das dir dann sicherlich schon viel besser sagen kann, in welche Richtung es beruflich gehen soll. Ob du etwas mit Menschen, was Handwerkliches, Technisches oder was mit Sprachen oder wie auch immer, machen sollst. Wenn du über die verschiedenen Möglichkeiten nachdenkst, diese aufschreibst und in dich in sie reinfühlst, merkst du dann ganz genau, ob dich etwas begeistert oder ob dir etwas „Bauchschmerzen“ bereitet. Alles, was Dein Bauch ablehnt, streichst du bitte sofort von Deiner Liste. Denn der Bauch weiß immer am besten, was wir nicht machen wollen. Das machst du solange bis nur noch ein paar Berufe oder Berufsrichtungen auf dem Papier übrigbleiben. Um dann hilft nur noch FRAGEN und AUSPROBIEREN.

Wie das geht und wie du das am besten machst, liest du in den kommenden Blogs…

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